Max Bill im Kontext.



Von Frauen, Formen, Idealen und Idolen.


Zeitgleich zu den Kombi-Küchenuhren  entsteht das Phänomen der Keramik-Wandmasken im deutschsprachigen Raum. Die teils exotischen Entwürfe     prägen das Mädchen- und Frauenbild des amerikanisierten deutschen Wirtschaftswunders entscheidend mit. Die Hersteller sind vielfältig: Achatit/Ahr/Anzengruber/Bauer/Coneye/Cortendorf/Gmunder/Goebel/Goldscheider/Karlsruher Majolika/Keramos/Kinsler/Lindner/Plankenfels/Prischl/Riffahrt/Roos/Ruscha/Thomasch/Wormser.

Die Faszination der ovalen Küchenuhren kann sich aus der verborgenen Formensprache erklären. Im Fokus: der  große Kreis des Ziffernblattes.                 Er ist seit Menschengedenken das Sonnenzeichen. Aus dem Verhältnis von Kopf, Schultern, Füssen ergibt sich die uralte Form des Körperkreuzes.  Verblüffend ist: die expressive Linienführung der Zykladen-Idole von 3000 v.Chr. Sie findet sich wieder im Design der ovalen Kombi-Küchenuhren.           Die sehr seltene, ultimativ aufgerüstete Junghans Küchenuhr mit doppeltem Kurzzeitwecker konterkariert die althergebrachte Formensprache.